Künstler und Bildhauer

Wo suchen Sie einen Künstler?

 
Über die Bedeutung eines Kunstwerkes können Händler und Galeristen zu ganz anderen Einschätzungen kommen als der Kurator eines Museums oder einer Ausstellung. Die Selbsteinschätzung des Künstlers ist subjektiv. Sie schwankt zwischen Selbstüberschätzung und ständigem Scheitern an den eigenen hohen Erwartungen. Dabei ist nicht entscheidend, ob sich wirtschaftlicher Erfolg einstellt. Viele große Talente bleiben unentdeckt und können von ihrer Kunst nicht leben. Erfolg schützt auch nicht vor dem Vergessen werden: Selbst der große Johann Sebastian Bach wurde erst im neunzehnten Jahrhundert wieder entdeckt. Eine akademische Ausbildung ist nicht zwingend notwendig. Wer wollte bestreiten, dass der Autodidakt Francis Bacon ein großer Künstler ist? Die Grenze zum Design ist fließend. Der Designer gestaltet das Erscheinungsbild eines Produktes. Design ist ebenso wenig reine Dekoration wie bildende Kunst.

Weitere Treffer nach Bundesland und Thema gruppiert

In den Asterix-Bänden wird der Barde des gallischen Dorfes mit den Worten vorgestellt: “Er selbst findet sich genial, alle anderen finden ihn unbeschreiblich.” Schöner lässt sich kaum ausdrücken, wie unterschiedlich die Selbsteinschätzung des Künstlers zur Wahrnehmung seiner Umgebung sein kann.

Jeder kann sich Künstler nennen. Über den Erfolg entscheidet der Kunstmarkt und das Publikum. Rückschlüsse auf Qualität und Bedeutung lassen sich daraus nicht immer ableiten. Daher sichert mancher, der es mit der Kunst ernst meint, seinen Lebensunterhalt bewusst auf andere Weise als durch die Vermarktung seiner Arbeiten.


Was ist Kunst?

Frau malt
©  CPaulussen – istockphotos.com

Bei Begriffen wie Heilkunst oder Ingenieurskunst wird das Wort Kunst im übertragenen Sinne verwandt. Es steht für eine besondere Leistung. Im Bereich der Kultur unterscheidet man in Literatur, Musik, Darstellende Kunst (Tanz, Theater) und Bildende Künste (Malerei, Bildhauerei).
Ursprünglich hatte Kunst eine kultische Funktion.

Später waren Kirchen und Herrscher die Auftraggeber. Ein Kunstmarkt für das Bürgertum entstand in der frühen Neuzeit. Die Aufklärung stellte die Ästhetik und die Freiheit der Kunst in den Vordergrund. In der Moderne wird schließlich auch der Künstler als Individuum frei. Bildende Kunst existiert heute um ihrer selbst willen und entspringt ausschließlich dem Schaffensdrang ihres Urhebers – zunächst unabhängig vom Kunstmarkt.


Ab wann ist man ein Künstler?

Wirtschaftlicher Erfolg ist kein Kriterium. Längst diskutieren Kunstkenner, welche künstlerische Bedeutung Werke der Neuen Wilden haben – obwohl sie zu Höchstpreisen gehandelt wurden. Wer nur den Kunstmarkt bedient ist kein Künstler.

Künstler sein ist ein wenig wie eine Krankheit. Der Künstler kann nicht aus seiner Haut. Er hat Bilder (oder Musik und Worte) im Kopf. Sie drängen aus ihm heraus. Er muss malen oder Skulpturen erschaffen.
Jeder darf sich Künstler nennen.

Ob er damit ernst genommen wird, hängt von seinem Publikum ab. Kunstinteressierte spüren, was aufgesetzt ist und was aus dem Innersten hervortritt und berührt. Sie erkennen Originalität und Authentizität. Wer diese intuitive Brücke zu schlagen vermag, ist ein Künstler.


Wie wird man ein Künstler?

Bildhauer
© danymages – istockphotos.com

Voraussetzung ist neben diesem Schaffensdrang Talent. Beides hat man – oder nicht. Talent alleine reicht nicht aus. Wer nach einem Foto Sonnenblumen aquarelliert, benötigt Talent. Es ist ein schönes Hobby. Mit Kunst hat es nichts zu tun.

Schaffensdrang ohne Talent genügt ebenso wenig. Das Elend talentfreier selbsternannter Künstler offenbart sich in jeder größeren Gemeinde bei nicht jurierten Ausstellungen und Kunstmärkten.
Wer in sich Talent und Schaffensdrang entdeckt, muss aus freien Stücken an sich arbeiten. Das geht nicht nebenbei.

Die Kunst bestimmt fortan das Leben. Nur wer sich darauf einlässt, sich Zeit und Freiräume dazu nimmt, wird sich weiterentwickeln. Ohne diesen Willen zur Weiterentwicklung der eigenen Ausdrucksmöglichkeit kommt ein Künstler nicht aus.
Der Besuch von Ausstellungen gehört ebenfalls dazu – nicht um zu kopieren, sondern um die Sinne zu schärfen für die eigene Arbeit.


Kann man Kunst erlernen?

Ohne Talent, Schaffensdrang und Willen wird niemand zum Künstler. Was man erlernen kann, ist nicht die Kunst selbst, sondern das Handwerk zur Umsetzung. Auch wer abstrakt malt, benötigt ein handwerkliches Rüstzeug. Dazu gehören Materialkunde und die richtige Auswahl des Werkzeugs. Grafische Regeln wie der Goldene Schnitt sind allgemeingültig. Sie muss jeder Künstler kennen. Abstraktion bedeutet, von der Realität auszugehen. Daher ist die Fähigkeit zum naturalistischen Zeichnen notwendig.

Auch wenn man es nicht jedem seiner Werke ansieht: Joseph Beuys war ein begnadeter Zeichner.
Man muss keine Kunsthochschule besuchen – auch wenn dies der klassische Weg ist. Auch ein Selbststudium ist möglich. Der berühmte Maler Francis Beacon war Autodidakt. An der Qualität und der Bedeutung seiner Kunst ändert dies nichts. Die meisten Absolventen der Akademien versinken dagegen in der Bedeutungslosigkeit.

Jenseits der staatlichen Hochschulen boomt seit den 1980er Jahren das Thema Kreativität. Das Angebot von Zeichenkurse an Volkshochschulen, privaten Bildhauerseminaren und Foto-Workshops ist riesig. Viele dieser Angebot richten sich an Hobbykünstler. Aber das Handwerk unterscheidet sich ja nicht. Der Besuch eines solchen Kurses ist ein guter Anfang, wenn der Dozent gut ist und die Chemie stimmt.


Studiengang Design und Kunst

David Skulptur
© Asier Villafranca Velasco – istockphotos.com

Wer sich für den klassischen Weg der Ausbildung an eine klassischen Hochschule entscheidet, hat zunächst die gleichen Voraussetzungen zu erfüllen wie für jeden anderen Studiengang – Abitur oder Fachhochschulreife. Eine Mappe mit eigenen Arbeiten ist zwingender Bestandteil der Bewerbung um einen Studienplatz im Bereich Design und Kunst. Sie wird von einem Gremium bewertet, welches über die Aufnahme entscheidet.

Eine Zugangsmöglichkeit ohne Hochschulreife besteht durch die Sonderbegabtenprüfung.
Die Studiengänge, ihre Bezeichnungen und Schwerpunkte sind von Hochschule zu Hochschule unterschiedlich. Sie entsprechen aber beispielsweise Produktdesign und Grafikdesign oder Bildhauerei, Fotografie und Freie Malerei.
Der Abschluss ist ein Diplom. Dieses entspricht dem Master. Das System Bachelor- und Master-Studium haben die Akademien nicht übernommen.


Was sind Bildende Künste?

Der Begriff Bildende Kunst oder Schöne Künste ist der Oberbegriff für Malerei, Bildhauerei und Grafik. Künstlerische Fotografie zählt ebenso dazu wie beispielsweise Land Art oder Concept Art. Traditionell zählt auch die Architektur zu den Bildenden Künsten.
Andere Kunstgattungen sind Musik, Literatur und die Darstellenden Künste (Film, Theater, Tanz).

Die Grenzen zwischen den Gattungen der Bildenden Künste sind oft fließend. Art Performance und Videokunst werden meist der bildenden Kunst zugerechnet, könnten aber auch unter Darstellende Kunst eingeordnet werden. Klanginstallationen berühren den Bereich Musik.

Eine Abgrenzung der Bildenden Künste zum Design könnte so lauten: Kunst entspringt dem inneren Antrieb des Künstler. Design optimiert ein von außen vorgegebenes Produkt. Die Zuordnung ist zuweilen schwierig. Viele Künstler arbeiten auch als Designer. Ein Bild von Thierry Noir ist Kunst. Ist ein T-Shirt des gleichen Künstlers Kunst oder Design?

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