Pfandhaus & Pfandleiher

Wo suchen Sie ein Pflandhaus?

 
In vielen Haushalten, insbesondere mit kleinen Kindern, muss in diesen Zeiten kräftig gespart werden. Da reicht schon eine unvorhergesehene Rechnung und die Realisierung des Familienurlaubs gerät in Schieflage. Uhren, Schmuck, Antiquitäten, hochwertige Fahrräder oder vielleicht auch wertige Elektrogeräte können für eine Anleihe im Pfandhaus genutzt werden. Es ist eine Möglichkeit, unbürokratisch und schnell an Bargeld zu kommen.

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Es kommt mal wieder alles auf einmal:

Rechnungen, Versicherungen, unvorhergesehene Reparaturen oder berufliche Engpässe bei Freiberuflern. Trotzdem müssen die regelmäßigen fixen Ausgaben wie Miete und Lebensmittel auch beglichen werden. Da ist guter Rat teuer. Eine Möglichkeit ist die Veräußerung von Wertgegenständen. Da ist die Liebhaberuhr des Ehemanns oder der Familienschmuck von den Ururgroßeltern – Wertgegenstände, die sicherlich im Falle eines Verkaufs gute Einnahmen in die Kasse spülen. Aber es ist nicht nötig, sich dauerhaft von seinen Lieblingsstücken zu trennen. Ein Pfandleihhaus ist eine Alternative zum Verkauf.


Ein Leihhaus sieht heutzutage oft aus wie eine klassische Bank.

Es gibt einen Schalter, an denen Kunden bedient werden. Auf der anderen Seite steht der Pfandleiher und schätzt die Ware. Nachdem sich Kunde und Leihhaus einig geworden sind, wird das Geld ausgezahlt und ein sogenannter Pfandleihvertrag ausgestellt. In diesem ist geregelt, welcher Gegenstand hinterlegt worden ist und eine Definition der Vertragsmodalitäten formuliert. Nach einer vereinbarten Frist – meistens drei Monate – kann der Kunde seine Wertsachen wieder auslösen.

Dazu zahlt er den Kredit inklusive Zinsen und Gebühren zurück. Kann er die Summe nach drei Monaten nicht aufbringen, besteht die Möglichkeit, den Vertrag zu verlängern. Dafür fallen erneut Gebühren an und auch die Zinsen werden monatlich weiter belastet.

Bei Nichteinlösung der Wertsachen innerhalb der vereinbarten Frist und Überschreitung von einem Monat ohne Verlängerung durch den Kunden darf der Pfandleiher die Sachen versteigern. Sollte der Ertrag der Versteigerung dabei höher als der Kredit inklusive Zinsen und Gebühren ausfallen, erhält der Verpfänder den Überschuss ausgezahlt. Sollte der Pfandleiher keine Möglichkeit einer Auktion haben, darf er die Güter in seinem Laden verkaufen.


Pfandleiher sind heutzutage seriöse Geschäftsleute.

Taschenrechner
© Rostislav_Sedlacek – istockphotos.com

Sie müssen sich beim Ordnungsamt registrieren lassen und Kautionen bis zu 100.000 € hinterlegen. Was früher mit zwielichtigen Mafiosi-Filmen in Verbindung gebracht wurde, gehört heute längst zum Einzelhandelsportfolio jeder Stadt. Deshalb findet man die Pfandhäuser auch mitten in der Stadt in hellen, ansprechenden Geschäftslokalen.

Es gibt viele Vorschriften für ein solches Gewerbe: Um eine Pfandleihe zu eröffnen, muss der Antragsteller eine gewerberechtliche Zulassung nach § 34 Gewerbeordnung vorweisen können. Weitere rechtliche Grundlagen für den Betrieb sind in der Pfandleiherverordnung (PfandlV) geregelt. Seinen Betrieb muss der zukünftige Pfandleiher auch beim zuständigen Ordnungsamt beantragen und die benötigen Unterlagen vorweisen können.

Erforderlich sind ein polizeiliches Führungszeugnis und eine Versicherung nach § 8 PfandlV. In diesem Paragraphen ist folgendes geregelt: “Der Pfandleiher hat das Pfand mindestens zum doppelten Betrag des Darlehens gegen Feuerschäden, Leitungswasserschäden, Einbruchdiebstahl sowie gegen Beraubung zu versichern”. Die Grundlagen für dieses Gewerbe sind also durchaus kostenintensiv.


Wie funktioniert das Ganze nun?

Der Betreiber eines Leihhauses bietet Kunden die Möglichkeit, gegen Hinterlegung von Wertgegenständen Bargeld zu erhalten. Im Regelfall erhält der Kunde für seine Güter ein Angebot in Höhe von 25-50 % des aktuellen Verkaufswertes und erhält dafür den entsprechenden Gegenwert in bar. Das ist zwar nicht so viel, wie im Falle eines Verkaufs, dafür sind die Wertgegenstände auch nur hinterlegt.

Die Summe ist also kein Erlös, sondern ein gewährter Pfandkredit. Dies entspricht einem Darlehen. Der sogenannte Verpfänder (Kreditnehmer) hat nach einer Frist von üblicherweise drei Monaten die Möglichkeit, seine Gegenstände wieder auszulösen.

Natürlich wird diese Zeitspanne verzinst. Bis zu einer Kredithöhe von 300 Euro gibt es eine gesetzliche Regulierung. Die Zinsen betragen einen Prozent. Bei höhere Summen können die Zinsen variieren – normalerweise betragen sie zwei Prozent. Dazu kommen monatliche Gebühren, deren Höhe ebenfalls gesetzlich geregelt ist. Für einen Kredit in Höhe von 300 € fallen monatlich 6,50 € an Gebühren an.

Eine Schufa-Auskunft oder andere Unterlagen werden im Pfandhaus nicht verlangt. Die Person muss sich lediglich durch einen gültigen Personalausweis legitimieren. Im Falle eines Boten muss eine entsprechende Vertretungsvollmacht beigebracht werden.

Vor dem Gang ins Pfandhaus lohnt sich ein Telefonat. Einige Pfandleiher haben sich auf bestimmte Gegenstände spezialisiert. Dabei kann es sich um Schmuck, hochwertige Fahrräder oder aber Autos handeln. Die gängigsten Waren sind allerdings Schmuck und Antiquitäten.


Wann macht das Pfandhaus Sinn?

Waage mit Schmuck
© zhaubasar – istockphotos.com

Ist man in Besitz von Wertgegenständen, die den benötigten Erlös bringen können, ist ein Pfandkredit gut geeignet, um kurzfristige, finanzielle Engpässe zu überbrücken. Manche Erwartungen erfahren im Pfandleihhaus eine jähe Enttäuschung: Denn so mancher als „echt“ und „wertvoll“ eingeschätzter Familienschmuck entpuppt sich allzu oft als Imitat.

Vor dem Gang zum Pfandleiher sollte gut überlegt werden, ob die Rückzahlung innerhalb einer kurzen Zeitspanne tatsächlich realistisch ist. Denn sollte dies nicht möglich sein, sind die Wertgegenstände möglicherweise auf einer Auktion veräußert worden. Bei mehrfacher Verlängerung des Vertrages wird das Geschäft schnell unrentabel. Die dadurch entstehenden Zinsen betragen bis zu 40 % effektiver Jahreszins.

Bei einem langfristigen Ratenkredit ist der Gang ins Leihhaus nicht zu empfehlen. Die Verhandlungen mit der Hausbank mögen schwieriger und bürokratischer verlaufen, sind in diesem Falle aber sehr viel günstiger.

Der Verbraucherschutz warnt ausdrücklich vor Onlinepfandhäusern.

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