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Die Masern galten bereits als ausgerottet, treten in den vergangenen Jahren aber wieder verstärkt auf. Das einmal ausgebrochene Leiden bringt zahlreiche akute und chronische Symptome mit sich, die Ansteckungsgefahr wird als sehr hoch eingeschätzt. Lediglich eine die gesamte Bevölkerung umfassende Impfpflicht ist nach Ansicht der Weltgesundheitsorganisation in der Lage, eine Epidemie zu verhindern. Kritiker dieses Vorgangs mahnen den damit verbundenen Bruch der Grundrechte an und verweisen auf die geringen Chancen, den Virus gänzlich zu bekämpfen. Wie ist also zu verfahren, um insbesondere die Kinder als hauptsächlich Betroffene zu schützen?

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Masern – eine Gefahr für die Bevölkerung?

Masern beim Kleinkindern
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Die moderne Medizin feiert beinahe täglich ihre Fortschritte. Zahlreiche Krankheiten, die die Menschheit über Jahrhunderte hinweg plagten, konnten damit schon besiegt werden. Zu ihnen gehörten einst auch die Masern.

Eine heimtückische Infektion also, die neben diversen Symptomen sogar zum Tode führen kann. Das Leiden galt bereits als bekämpft – tritt in den letzten Jahren aber dennoch wieder auf. Bedrohlich wirken dabei die Ausbreitungsgebiete. So sind es keine Dritteweltländer, in denen die Kinderkrankheit mittlerweile häufiger festgestellt wird. Vielmehr handelt es sich um westliche Nationen, in denen die hygienischen sowie gesundheitlichen Standards eigentlich derart hoch liegen und die Lebensverhältnisse der Gesellschaft so komfortabel sind, dass sich solche Syndrome nicht mehr ausbreiten dürften. Da sie es aber tun und aufgrund ihrer hohen Ansteckungsgefahr das Leben vieler Kinder sowie älterer und geschwächter Personen bedrohen, wird allgemein die Impfpflicht gegen die Masern diskutiert.


Empfehlungen im Kampf gegen die Masern

Die Weltgesundheitsorganisation WHO ist seit Jahrzehnten bestrebt, die Krankheit zu bekämpfen. Insbesondere, weil diese nach einem Ausbruch nur schwerlich unter Kontrolle gebracht werden kann. Zwischen dem Moment der Ansteckung und dem Auftreten der ersten Symptome liegen etwa ein bis zwei Wochen.

Wird diese Zeit nicht genutzt, um Abwehrmaßnahmen einzuleiten, so drohen fiebrige Anfälle, Ekzeme und Rötungen auf der Haut sowie eine allgemeine Schwächung des Körpers. Da hauptsächlich Kinder von dem Infekt betroffen werden, wird eine Impfempfehlung sowohl für das erste als auch für das zweite Lebensjahr ausgesprochen.

Diese eng aufeinander abgestimmte Immunisierung soll eine Resistenz der Bevölkerung gegen die Masern ermöglichen. Erwachsene, die bislang keine Impfung erhalten haben, können diesen Schutz nachträglich vornehmen lassen. Im Einzelfall wird die Rücksprache mit einem Arzt dabei helfen, den jeweiligen Status zu ergründen. Eine Impfpflicht hingegen gewährt die Gesundheit der gesamten Bevölkerung.


Die Verhältnismäßigkeit der Impfpflicht

Kinderimpfung
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Üblicherweise wird nicht zu solch drastischen Mitteln gegriffen. Bei vielen Krankheiten genügt es bereits, wenn sich ein geringer Teil der Bevölkerung durch den Arzt oder Facharzt gegen die Infektion mit bestimmten Viren oder Bakterien schützt. Meist handelt es sich dabei um die Risikogruppen – Personen also, die aufgrund ihrer körperlichen Verfassung oder ihres Lebenswandels in besonderem Maße bedroht sind.

Demgegenüber stehen aber auch solche Leiden, die sich wie eine Epidemie ausbreiten, sofern sie nicht rechtzeitig eingedämmt werden. Hier ist ein sehr hoher Schutz erforderlich, der nahezu alle Teile der Bevölkerung umfasst und der auf diese Weise dafür sorgt, dass sich das Virus nicht übertragen kann.

Bei den Masern handelt es sich um eines der letztgenannten Syndrome. Für sie wird somit diskutiert, ob ein Wechsel von der freiwilligen auf die verpflichtende Impfung sinnvoll und verhältnismäßig ist.


PRO: Das spricht für die Pflicht bei der Masernimpfung

Obwohl die Masern als Kinderkrankheit angesehen werden und das in gewissem Maße auch sind, darf die von ihnen ausgehende Gefahr nicht unterschätzt werden. Eine einmal ausgebrochene und nicht rechtzeitig therapierte Infektion kann zu akuten Entzündungen des Gehirns und der Leber führen. Langzeitschäden, die bis zur geistigen und körperlichen Behinderung reichen, sind nicht auszuschließen.

Ein weiteres Manko: Der menschliche Organismus ist nicht in der Lage, sich gegen die Masern aus eigenen Kräften zu wehren. Ein Gegenmittel kann daher nur extern zugeführt werden. Wird ein solches verabreicht, so genügt bereits eine Resistenz von 95 Prozent der Bevölkerung, um einen Ausbruch zu verhindern.

Selbst die wenigen Einzelfälle, in denen eine Impfung aus gesundheitlichen Gründen nicht möglich ist, wären im Zuge der Herdenimmunität geschützt.


CONTRA: Das spricht gegen die Pflicht bei der Masernimpfung

Spritze
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Allerdings gibt es im Rahmen des Verfahrens auch Nachteile. Häufig sind die Impfmittel insbesondere für Kinder derart stark, dass es zu kurzzeitigen, dafür aber ausgeprägten Nebenwirkungen kommt. Selbst chronische Unverträglichkeiten sollen daraus resultieren können – verständlich, dass nicht alle Eltern einen solches Risiko für ihre Kinder eingehen möchten.

Zugleich geht mit einer allgemeinen Impfpflicht immer auch das Grundrecht auf körperliche Selbstbestimmung verloren. Jede Person ist frei in der Entscheidung, welche Stoffe sie ihrem Organismus zumuten will und welche nicht. Damit ist stets die Möglichkeit verbunden, medizinisch notwendige oder gesundheitlich zuträgliche Mittel abzulehnen.

Bei einer verpflichtenden Immunisierung würde dieses essenzielle Grundrecht aber umgangen. Zu bedenken bleibt ferner: Vorherige Impfpflichten – etwa gegen Polio – konnten den gewünschten Effekt nicht erzielen. Eine Chance, die Masern endgültig zu besiegen, besteht folglich auch in diesem Falle nicht.


Die freie Entscheidung, das Richtige zu tun

Insbesondere Erwachsene sollten daher ihr Privileg nutzen, Gefahren und Risiken einer solchen Infektion für sich abzuwägen. Im Rahmen einer vernünftigen Aufklärung der Bevölkerung über die Krankheit wird somit die Möglichkeit bestehen, sich für oder gegen diesen Schritt zu entscheiden.

Eine allumfassende Pflicht der Impfung dürfte also nicht immer notwendig sein. Etwas anders mag das bei den Kindern aussehen. Der noch nicht ausgereifte Organismus ist nicht fähig, sich gegen eine Maserninfektion zu wehren. Zudem fällt die Krankheit drastisch aus. Sie kann neben akuten Symptomen auch chronische Schäden hervorrufen und sogar bis zum Tode reichen.

Eine Rücksprache mit dem Kinderarzt ist daher angeraten, um die Bedrohungen im Einzelfall zu erkennen und auf dieser Basis die Wahl zu treffen, die Kleinen impfen zu lassen oder auf den Schutz zu verzichten.

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