Innungen

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Auf regionaler Ebene sind die Betriebe eines Handwerks heute in Innungen organisiert. Die Innungen sind nach Handwerk gegliedert. Es gibt also für jedes Handwerk einen eigenen organisierten Zusammenschluss auf lokaler Ebene.

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Was ist eine Innung?

Das Handwerk wird vielfach als selbstständiger Beruf ausgeübt. Die selbstständigen Handwerker einer Fachrichtung oder sehr ähnlicher Fachrichtungen schließen sich seit der Gründung des Deutschen Reiches im Jahr 1871 in einer Stadt oder einer Region in einer Innung zusammen, die ihre geschäftlichen Interessen unterstützt und die Mitglieder und das Handwerk nach außen hin vertritt. Die Mitgliedschaft in einer Handwerkerinnung ist freiwillig und darf nicht mit der Zwangsmitgliedschaft in der Handwerkerkammer verwechselt werden. In Deutschland gibt es mittlerweile mehrere Hundert Zusammenschlüsse der handwerklichen Berufssparten. Die Innungsmitglieder werden von ihrem Verband immer auf der fachlichen und der wirtschaftlichen Ebene ihres Handwerkerzweiges auf dem Laufenden gehalten. Für viele Handwerker gehört es traditionell zu einem Zeichen der Berufsehre, in der regional zuständigen Innung Mitglied zu sein.

Eine Handwerkerinnung hat die Rechtsform einer Körperschaft des öffentlichen Rechts. Es gibt neben den lokalen und regionalen Innungen weitere übergeordnete Fachverbände der jeweiligen Berufsstände des Handwerks. Die Rechtsaufsicht über die Tätigkeit der regional ansässigen Innungen üben die Handwerkskammern aus. Der Vorsitzende einer Innung wird als Obermeister bezeichnet.


Wie sind Innungen für Handwerksbetriebe entstanden?

Schon seit dem frühen Mittelalter hat der Zusammenschluss von Handwerkern in ihrer berufsspezifischen Zunft eine lange Tradition in Europa. Die Zunftmitglieder haben sich gegenseitig bei den Geschäften und der Ausübung des Handwerkerberufs unterstützt und sind füreinander eingetreten. Das Wort „Zunft“ hat sich aus dem althochdeutschen Begriff „zu ziemen“ entwickelt. Das Wort wurde damals benutzt, um ein Übereinkommen in einer gewissen Ordnung auszudrücken. Die erste bekannte Zunft wurde im Jahr 1106 in Worms gegründet. Die dortigen Fischer haben sich zusammengeschlossen, um gemeinsam für ihre Interessen einzustehen. Mit der zunehmenden Anzahl der Städte und der immer weitergehenden Spezialisierung des Handwerks nahm auch die Anzahl der Zünfte zu. Die Zunftmitglieder kümmerten sich jedoch nicht nur um ihre Geschäfte. Sie versuchten, auch zunehmend politische Macht auszuüben. Es gab Freie Reichsstädte wie Köln, Worms oder Regensburg, die zeitweise von Handwerkerzünften regiert wurden. Diese erließen auch sogenannte Zunftverfassungen. Wer in eine Zunft oder Gilde aufgenommen wurde, hatte also Einfluss und damit auch eine höhere Wahrscheinlichkeit auf gute Geschäfte und Aufträge. Die Zünfte handelten nach einem eigenen Zunftrecht. Das regelte schließlich, dass ein Handwerker, der nicht Mitglied in der zuständigen Zunft war, seinen Beruf nicht mehr ausüben durfte. Doch die Organisation unterstützte ihre Mitglieder auch in Notlagen. Allerdings bezog sich dies nur auf die Handwerker, die den Stand eines Meisters innehatten. Die unter dem Rang eines Meisters stehenden Gesellen mussten zwar Mitglied in der Zunft sein, sie hatten jedoch keine Mitspracherechte. Innerhalb des Zunftlebens entwickelten sich zahlreiche Bräuche und Rituale. In mittelalterlichen Zünften wurden sogar eigene Singschulen gegründet, in denen der Meistergesang gelehrt wurde.

Die Zünfte und Gilden existierten bis gegen das Ende des 19. Jahrhunderts. Die Tätigkeiten der Handwerker änderten sich durch die moderneren Entwicklungen in der Wirtschaft. Produktion und Handel wurden stärker getrennt. Die Verdienstmöglichkeiten vieler Handwerker verschlechterten sich. Der mittlerweile eingeführte Zunftzwang wurde begleitet von einem ausgeprägten Brauchtum und überholten sozialen Strukturen innerhalb der Zünfte. Die Zunftorganisationen verloren durch sich verändernde politische und gesellschaftliche Entwicklungen an Macht und Einfluss. In Deutschland wurde mit der Gründung des Deutschen Reiches die Gewerbefreiheit eingeführt, das Zunftwesen entsprach nicht mehr den gesellschaftlichen Gegebenheiten. Ab 1871 entwickelten sich die Handwerkerinnungen als moderne Nachfolger der mittelalterlich geprägten Zünfte.


 Welche Aufgaben erfüllen die Innungen?

Einige Aspekte der alten Zünfte haben auch die heutigen Innungen sich noch auf ihre Fahnen geschrieben. Zunächst geht es bei einer Mitgliedschaft in einer Handwerkerinnung um die gegenseitige geschäftliche Unterstützung und Förderung. Ein weiteres wichtiges Ziel des Zusammenschlusses in Form der Handwerkerinnung ist, den Geist der Gemeinschaft zu pflegen und die Berufsehre hochzuhalten. Die Innung darf Tarifverträge abschließen und soll eventuelle Auseinandersetzungen zwischen Innungsmitgliedern und mit Auftraggebern schlichten. Die Ausbildung des Handwerkernachwuchses ist ein ganz wichtiges Anliegen der Innungsmitglieder. Es wird viel Wert darauf gelegt, dass zwischen den Meistern, den Gesellen und den Auszubildenden ein gutes Verhältnis gepflegt wird. Meister und Gesellen sind angehalten, die handwerklichen Fähigkeiten der Auszubildenden zu fördern und ein hohes Niveau der Ausbildung sicherzustellen. Einige Innungen betreiben überbetriebliche Ausbildungsstätten und Lehrwerkstätten, in denen auch Gesellen regelmäßig Lehrgänge besuchen können. Die Innung ist in ihrem Bereich dafür verantwortlich, die Prüfungsausschüsse für die Gesellenprüfungen einzurichten. Zusätzlich hat sie das Recht, bei der Organisation und der Verwaltung der handwerklichen Berufsschulen mitzureden. Außerdem muss die Innung dafür Sorge tragen, dass die von der Handwerkskammer erlassenen Vorschriften von den Innungsmitgliedern entsprechend umgesetzt werden. All dies soll dafür sorgen, dass das Handwerk zum einen stets gut ausgebildeten Nachwuchs zur Verfügung hat. Zum anderen ist die Tätigkeit der Innungen vor allem darauf ausgerichtet, dass die Innungsmitglieder wirtschaftlich und erfolgreich tätig sein können. So werden den Mitgliedern oft kostenlose Rechtsberatung, ein Inkassoservice und günstige Tarife durch Rahmenverträge beim Bezug von Elektrizität oder bei dem Abschluss von Versicherungen angeboten. Für die Erhöhung des Ansehens der Handwerkerschaft und die Bekanntmachung der Leistungen und Angebote des Handwerks gehören zu den Aufgaben einer Innung auch entsprechende Öffentlichkeitsarbeit und der Kontakt zur örtlichen Presse.


Einige Beispiele für Handwerkerinnungen:

Die Dachdecker-Innungen

In den regionalen Innungen für den Beruf des Dachdeckers können auch Handwerker Mitglied werden, die neben dem Dachdeckerberuf Wand- und Abdichtungsarbeiten an Fassaden oder die Installation von Solartechnik auf dem Dach vornehmen.

Die Innungen Elektro

In diesen Innungszusammenschlüssen auf regionaler Ebene werden die berufsständischen Interessen der Elektrohandwerksberufe vertreten. Elektrohandwerksbetriebe und selbstständige Handwerker können Mitglied werden und in der Innung mitarbeiten. In vielen Innungen Elektro sind auch Betriebe der Gebäude- und Informationstechnik beheimatet.

Innungen Kfz

Ob als etablierter Betrieb oder in der Aufbauphase einer Werkstatt des Kfz-Handwerks – auch in dieser Handwerkersparte profitieren die Innungsmitglieder von ihrem Zusammenschluss durch die Vertretung und Unterstützung der gemeinsamen Interessen. Gerade im Kfz-Handwerk geht von dem Schild in der Werkstatt: „Meisterbetrieb der Kfz-Innung“ für die Kunden ein Versprechen gediegener und zuverlässiger Qualitätsarbeit aus.

Innungen für Sanitär, Heizung und Klima (SHK)

Die Solidargemeinschaften dieser Innungen setzen sich für ihre Mitglieder ein, die Fachbetriebe für die handwerkliche Tätigkeit in den Bereichen Sanitäranlagen, Heizungen und Klimatechnik als Selbstständige führen. Durch die aktuellen Entwicklungen gehört zu dieser Handwerkssparte auch der Bereich der Erneuerbaren Energien dazu.

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