Geburtshilfe

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Die Geburt ist eine einmalige, emotionale und auch nervenaufreibende Erfahrung. Sie ist mit Schmerzen, aber auch mit großem Glück und dem Beginn eines neuen Lebensabschnitts verbunden.

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Wie verläuft die reguläre Schwangerschaft?

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© Marco Maccolini – istockphotos.com

Der natürliche Verlauf einer gesunden Schwangerschaft ist größtenteils unabhängig von der Art der geplanten Geburt. Die Frau ist 9 Monate lang schwanger; sobald die Schwangerschaft entdeckt wird, muss sie ärztlich festgestellt und von diesem Zeitpunkt an mit regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen begleitet werden. Bis zum 6. Schwangerschaftsmonat finden diese Untersuchungen einmal monatlich statt, ab dann alle 14 Tage. Es stehen mehrere Blut- und Urinuntersuchungen sowie Abstriche auf dem Vorsorgeplan, die die Versorgung von Mutter und Kind mit wichtigen Nährstoffen sowie den Schutz vor vermeidbaren Infektionen oder Komplikationen gewährleisten sollen. Sie können beispielsweise Eisen- oder Folsäuremangel frühzeitig erkannt und behandelt werden. Ab den 9. Monat kann es jederzeit passieren, dass die Fruchtblase platzt, was sich die Frau aufgrund des großen Bauchs und der Einschränkungen im Alltag zu diesem Zeitpunkt meist sehnlichst wünscht. Oder aber der OP-Termin für eine Kaiserschnitt-Geburt wird geplant… In jedem Fall ist jede Schwangerschaft unterschiedlich und es gibt leider eine Reihe kleiner und größerer Komplikationen, die dabei auftreten können. Begleitung durch einen vertrauenswürdigen und einfühlsamen Gynäkologen, der idealerweise auch bei der Geburt anwesend sein wird, ist deswegen das A und O einer jeden Schwangerschaft.


Wann sollte man mit Wehen ins Krankenhaus?

Es gibt grundsätzlich drei Arten von Wehen, die vor der Geburt auftreten:

  • Übungs- und Vorwehen
  • Eröffnungswegen
  • Presswehen

Die Übungswehe kann schon in der 25. SSW auftreten, dabei kann der ganze Bauch hart werden. Sie sind unangenehm, aber nicht schmerzhaft. Treten dabei doch Schmerzen auf, sollten Arzt oder Hebamme konsultiert werden. In dieser Phase sind schmerzhafte, wiederkehrende Wehen noch ein absolutes Warnsignal. Die Vorwehen machen sich ab der 36. SSW bemerkbar und können bereits leicht schmerzhaft ausfallen, sie sind aber noch gut auszuhalten. Sie schieben das Kind vorbereitend tief ins Becken der Mutter und treten unregelmäßig auf. Mit der Zeit senkt sich der Babybauch sichtlich. Die Eröffnungswehen dagegen sind bereits echte Geburtswehen. Erkennbar sind sie an ihrer Regelmäßigkeit, auch sind sie schon deutlich schmerzhafter und nehmen in der Intensität zu. Erkennt die Frau Eröffnungswehen, ist das der richtige Zeitpunkt für den Weg ins Krankenhaus. Durch Eröffnungswehen öffnet sich der Muttermund, die Fruchtblase platzt und der Geburtskanal wird verkürzt. Deswegen werden sie auch als die ersten “muttermundwirksamen” Wehen bezeichnet. Es folgen schließlich die sehr intensiven Presswehen, die den Zweck haben, das Baby durch den Geburtskanal hinauszudrücken. Kommen die Presswehen, dauert es nur noch wenige Minuten, bis das Baby auf der Welt ist. Grundsätzlich sollte die Frau mit allen Formen von Wehen, die ihr Sorgen bereiten, den Arzt konsultieren. Der Weg ins Krankenhaus empfiehlt sich, wenn die Wehen regelmäßig innerhalb von Minuten oder auch nur von Stunden auftreten und immer intensiver werden.


Die Krankenhaus-Checkliste: Was muss mitgenommen werden?

  • Mutterpass und elektronische Gesundheitskarte
  • mehrere Pyjamas oder bequeme, lockere Jogginghosen und Tops
  • Bademantel
  • Still-BHs und Stilleinlagen
  • bequeme, alte Unterwäsche
  • Hausschuhe oder dicke Socken
  • bei Kaiserschnitt: Lippenpflegestift
  • alle nötigen Körperpflegeartikel (Duschgel, Shampoo, Deo, …)
  • einige Kleidungsstücke fürs Baby, mindestens ein komplettes Outfit
  • Kuscheltiere und die Spieluhr fürs Baby
  • für Kontaktlinsenträger: Aufbewahrungsbox, Flüssigkeit und die Brille

Je nachdem, ob es sich um eine normale Geburt oder einen Kaiserschnitt handelt, sollte die Checkliste erweitert werden. Frauen, die sich für die normale Geburt entscheiden, nehmen gern Dinge mit in den Kreißsaal, die entspannen und Kraft geben, beispielsweise Duftöle, den MP3-Player mit Musik oder Zeitschriften. Zur OP dagegen sollten Hosen eingepackt werden, die am Bund nicht drücken, da das nach dem Kaiserschnitt unangenehm werden kann.


Normale Geburt vs. Kaiserschnitt – das passiert

Bei einer normalen Geburt kommt die Frau mit Eröffnungswehen im Krankenhaus und wird sofort in den Kreißsaal gebracht. Sie hat bestenfalls schon vorher einen Geburtsplan erstellt, der befolgt werden kann, wenn es keine medizinischen Komplikationen gibt. Im Kreißsaal stehen der Frau Badewannen, Pezzibälle, Geburtsstühle und viele andere Alternativen zur Verfügung, die sie sich auch spontan wünschen darf. Liegt sie schließlich in den Presswehen, bereiten sich die Hebammen darauf vor, das Kind in Empfang zu nehmen und es der Mutter sofort auf den Bauch zu legen. Es wird danach noch kurz zur Untersuchung mitgenommen, danach darf die Mutter es im Arm halten und wird nach kurzer Erholungszeit auf die Wöchnerinnenstation gebracht. Beim Kaiserschnitt erscheint die Frau entweder am gleichen Tag, am Vortag oder zum Einsetzen der Wehen im Krankenhaus und wird auf die OP vorbereitet. Sie bekommt einen Harnröhrenkatheter, wird rasiert und kann vor der Narkose noch ein unschädliches Beruhigungsmittel bekommen. Je nach Entscheidung der Frau handelt es sich um eine Teil- oder Vollnarkose. Die Teilnarkose hat den Vorteil, dass die Frau zwar bei Bewusstsein, aber schmerzunempfindlich ist und ihr Baby daher nach der Geburt sofort sehen und sogar in den Arm nehmen kann. Vollnarkosen empfehlen sich für sehr ängstliche Frauen oder aufgrund ihrer schnellen Wirkung in akuten Notsituationen, wenn es sehr schnell gehen muss. Die Frau nimmt ihr Baby nach dem Aufwachen in Empfang, wenn es bereits gewaschen wurde und vielleicht sogar schon eingeschlafen ist.


Wie lange muss man nach einem Kaiserschnitt im Krankenhaus bleiben?

Ein Kaiserschnitt ist eine umfangreiche Bauch-OP. Deswegen darf die Frau erst dann nach Hause, wenn Komplikationen direkt nach der OP ausgeschlossen werden können, der Arzt die Wundheilung kontrolliert hat und ihr Kreislauf die Heimfahrt ermöglicht. Die meisten Frauen bleiben 7 Tage im Krankenhaus. Das hat auch den Vorteil, dass die Krankenschwestern der Mutter das Baby kurzzeitig abnehmen können, wenn sie nach dem Kaiserschnitt dringend Schlaf braucht. Manche Frauen bleiben jedoch auch nur 3-5 Tage, wenn sie vorher entlassen werden wollen. Ist die Wundheilung bis dahin problemlos verlaufen und gab es keine Kreislaufprobleme, sollte nur noch die Versorgung von Frau und Kind zu Hause sichergestellt werden und es spricht nichts dagegen.


Häufige Komplikationen bei der Geburt/Entbindung

Leider kommt es bei der Geburt selbst heute noch zu Komplikationen. Diese sind bei natürlicher Entbindung und Kaiserschnitt sehr unterschiedlich. Bei einer natürlichen Entbindung kann es zum gefürchteten Dammschnitt kommen, der den noch weit schlimmeren Dammriss verhindert. Es dauert einige Wochen, bis ein Dammschnitt verheilt, jedoch verheilt er viel besser und sauberer als ein Riss. Bei der normalen Entbindung kann es in seltenen Fällen zum gefährlichen Plazentariss mit hohem Blutverlust oder zur Umwickelung des Halses des Babys mit der Nabelschnur kommen, die bis zum Kindstod führen kann, wenn nicht schnell eingegriffen wird. Bleibt das Baby im Geburtskanal stecken, liegt es falsch oder geht die Geburt plötzlich nicht weiter, können medizinische Geräte wie Zange und Saugglocke zum Einsatz kommen, die die Geburt schnell beenden, bevor Schäden auftreten. Beim Kaiserschnitt kommt es zwar während der OP selten zu Komplikationen, danach können sie jedoch auftreten. Hoher Blutverlust spielt besonders bei Notkaiserschnitten eine große Rolle, da die Frau schon mitten im Entbindungsprozess war und nun auch noch operiert werden muss. Wundheilungsstörungen nach der OP, große Schmerzen und Kreislaufprobleme können jedoch ebenfalls zum Problem werden. Entzündungen dagegen spielen dank moderner Medizin und akribischen Hygienevorschriften in Krankenhäusern heute eine untergeordnete Rolle. Wird jedoch beim Kaiserschnitt nicht die komplette Plazenta oder Eihaut entfernt, so kann sich diese entzünden und muss nachträglich ausgeschabt werden. Auch das zählt jedoch nicht zu den häufigen Komplikationen.


Ausnahmefall: Frühgeburt/Frühchen – was ist zu beachten?

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© Pixelistanbul – istockphotos.com

Eine drohende Frühgeburt ist für die Eltern eine nervliche Zerreißprobe. Sie wünschen sich vielleicht eine natürliche Geburt, doch diese wäre fürs Kind zu gefährlich. So kommt nur der Kaiserschnitt in Frage. Aber wird es dem Frühchen danach gut gehen? Wann darf es die Intensivstation und den Brutkasten verlassen? Bei einer drohenden Frühgeburt ist die ärztliche Begleitung sehr wichtig. Im besten Fall kann der Kaiserschnitt-Termin geplant werden, sodass sich die Eltern wenigstens darauf einstellen können. Schlimmstenfalls geschieht die Frühgeburt spontan und den Eltern bleibt nur, auf die Lebensfähigkeit ihres Kindes zu hoffen. Wenn auch nur der Verdacht besteht, dass eine Frühgeburt passieren könnte, müssen die Eltern am besten sofort eine geeignete, spezialisierte und gut erreichbare Klinik suchen, die auf Frühchen eingestellt ist. Zwar kann in jedem Krankenhaus ein Frühchen korrekt versorgt werden, die Möglichkeit der Planung sollten die Eltern aber für sich und für die Überlebenschancen ihres Babys nutzen. Manche Kliniken bieten sogar die Vorsorgeuntersuchungen in der Klinik an, sodass die Betreuung von Mutter und Frühchen von Anfang an vom gleichen Ärzteteam geleistet werden kann, dass die beiden vor der Geburt kennen lernt und sie so betreuen kann, wie sie es brauchen. Sobald die Eltern nach Hause dürfen, werden sie für ihr Frühchen besonders kleine Kleidung in Größen brauchen, die normalerweise im Babygeschäft nicht zu bekommen sind. Falls das Frühchen danach noch medizinische Unterstützung braucht, sollten sich die Eltern auch diese Schritte in der Kinderklinik noch zeigen lassen und sich von dieser eine Einkaufsliste geben lassen, damit alles individuell Notwendige zu Hause fürs Baby bereit ist.

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