Existenzgründung

Wo benötigen Sie Hilfe bei der Existenzgründung?

 
Existenzgründer stürzen sich meist mit Feuereifer in ihre neue Aufgabe. Wie legt man ein solides Fundament, um nicht bereits nach kurzer Zeit zu scheitern, sondern seine Selbstständigkeit prosperierend und erfüllend zu gestalten. Holen Sie sich Hilfe von einem Unternehmensberater.

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Was sind die ersten Schritte?

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© Сергей Хакимуллин – istockphotos.com

Viele Gründe führen in eine beruflich selbstständige Zukunft. Gründer machen ihre Leidenschaft zum Beruf, suchen ein begleitendes zweites Standbein neben einer Festanstellung oder werden durch eine plötzliche Arbeitslosigkeit in diese Richtung gelenkt. Oder sie können ein ganz spezielles Know-how in eine Marktnische einbringen, das sonst nur wenige Menschen besitzen. Zwischen der zündenden Idee (die sich nicht immer in einer Garage abspielen muss;-) und der Realisierung liegen entscheidende Phasen, die der Gründer besser nicht im Alleingang bewältigen sollte.


(1) Was sind meine Voraussetzungen?

Der Gründungswillige sollte sich fragen, warum er sich eine eigene Existenz aufbauen will und welche Ziele er verfolgt. Sind seine fachlichen und persönlichen Voraussetzungen tragfähig genug, um Rückschläge oder Durststrecken zu bewältigen? Auch der familiäre Background und die Unterstützung des persönlichen Umfelds spielen eine große Rolle. Stehen genügend finanzielle Reserven zur Verfügung, um die ersten eventuell trockenen Jahre zu überstehen? Ist man bereit zugunsten seiner Selbstständigkeit auf Freizeit und lieb gewordene Gewohnheiten oder Ausgaben zu verzichten?


(2) Wer unterstützt bei der Existenzgründung?

Frühzeitige Beratung bei staatlichen und Wirtschaftsinstitutionen wie den Industrie- und Handelskammern, Berufsverbänden, Kreditinstituten und Förderstellen, die mit Broschüren und persönlichem Rat weiterhelfen, ist ein Muss. Spezialisierte Gründungsberater und Agenturen übernehmen im Bedarfsfall sämtliche Vorarbeiten und Formalitäten. Ein auf Gründung spezialisierter Unternehmensberater, Steuerberater oder Wirtschaftsanwalt klärt alle finanztechnischen und steuerlichen Fragen wie Förderung, Finanzierung und Businessplan und berät bei der Wahl der adäquaten Rechtsform. Business-Coaches helfen eventuelle Lücken bei Selbstbewusstsein und Standing zu füllen.


(3) Welche Gesellschaftsform passt zu meiner Unternehmung?

Die meisten Gründer starten als Einzelunternehmen, das beim Eintritt von Mitarbeitern zum Unternehmen wird. Jede Gesellschaftsform – ob Personen- oder Kapitalgesellschaft – unterliegt eigenen Risiken, Chancen, Vor- und Nachteilen. Verfügt der Gründer über finanzielle Rücklagen, kann die Gesellschaftsform der haftungsbeschränkten Ein-Personen GmbH für ihn die richtige sein. Sie verpflichtet allerdings zu einem Stammkapital von 25.000 EUR und der Erfüllung einiger Auflagen. Die Gründung der kleineren Schwester – der Unternehmensgesellschaft (UG) – macht nur die Einlage von einem symbolischen Euro zur Pficht. Allerdings haftet der Gründer hier mit seinem gesamten Privatvermögen.

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© cacaroot – istockphotos.com

Selbstständige Freiberufler wie Rechtsanwalt, Journalist und Dolmetscher benötigen kein Betriebskapital. Sie sind in wissenschaftlichen erzieherischen, künstlerischen, kreativen und schriftstellerischen Berufen zuhause und zahlen keine Gewerbesteuer. Sie organisieren sich als GbR, UG, GmbH oder Partnerschaft (mit weiteren Vertretern der Freien Berufe). Eine Kapitalgesellschaft wie eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH), Kommanditgesellschaft (KG), Offene Handelsgesellschaft (oHG) oder Aktiengesellschaft (AG) zu leiten bedingt weitergehende Auflagen bei der kaufmännischen Führung, der steuerlichen Behandlung, Bilanzierung, Offenlegung und bei Mindestkapitaleinlagen. Daneben werden Formen wie Franchise, Lizenzvergabe u.a. immer attraktiver. Auch Sonderformen wie Verein, Genossenschaft, Stille Gesellschaft, Europäische Interessenvereinigung sind möglich.


Das alles gehört zur Selbstständigkeit

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© khz – istockphotos.com

Je früher man sich einen umfassenden Überblick über die notwendigen Schritte verschafft, desto entspannter geht man in die Gründung. Eine detaillierte Checkliste gibt dem Gründungsvorhaben Struktur. Sie umfasst u.a.:

1 Eckdaten festlegen

Sich als Unternehmertyp und seine fachliche Eignung prüfen
Marktüberblick gewinnen, Geschäftsidee in Worte fassen
Zielgruppen, Wunschkunden und Marktchancen definieren
Rahmenbedingungen wie Standort, Betriebsräume, Zeitpunkt, Gewerbe, Auflagen, Geschäftsausstattung, Telekommunikation u.a. festlegen


2 Unternehmenskonzept definieren

Äußere und innere Erfolgsfaktoren auflisten
Kosten, Umsatz und Gewinn planen
Kosten-Ausgaben-Rechnung, Lebensunterhalt und Fixkosten ermitteln
Liquidität konkret benennen


3 Auflagen, Steuern, Vorschriften überdenken

Steuerecht prüfen – Steuerarten und Auflagen ermitteln
Fachkundige Berufsvertreter zu Rate ziehen
Beim zuständigen Finanzamt und ggfs. Gewerbeamt anmelden
Falls Mitarbeiter geplant sind, spielt das Arbeitsrecht mit
(Lohnsteuer, Sozialabgaben, Versicherungen, Abgaben u.a.)


4 Nicht ganz unwichtig: Finanzierungsformen

Empfehlung: Sich so konkret wie möglich mit den finanztechnischen Rahmenbedingungen befassen: Bonitätsprüfung, staatliche Fördermaßnahmen, Kreditantrag oder Antrag auf Startgeld und regionale Förderung, Bürgschaft, Überbrückungsgeld, Kapitalbeteiligung, Ich-AG, Einstiegsgeld, Mikrodarlehen der KfW-Mittelstandbank, Zuziehung eines Investors ..


5 Soziale Absicherung und Rentenversicherung

Welche neuen Versicherungen stehen nun an? Pflichtversicherung oder private Krankenversicherung? Rentenversicherung oder Lebensversicherung? Familienversicherung? Krankentagegeld? Lohnsteuer und Sozialversicherungspflicht der Arbeitnehmer? Sachversicherungen und Absicherungen gegen Berufsunfähigkeit? Rechtschutz und Versicherung der Firmenimmobilie? ..


6 Marketing und Kommunikation

Wie macht ein Gründer sich und sein Unternehmen bekannt? Marketingmaßnahmen wie Werbung, Public Relations, lokale Pressearbeit, Social Media, Website, Drucksachen und Internet Werbung sollten im Budget von Anfang an berücksichtigt werden. Ohne Klappern kein Geschäftserfolg.


Keine Unternehmung ohne Risiko

Unternehmen stehen in einem Geflecht an Beziehungen und Veränderungen. In einer digitalen Zeit, in der die Internationalisierung und Globalisierung auch Kleinunternehmen zu umfassendem Denken zwingt und immer komplexer werdende Geschäftsabläufe, Rechtsvorgaben und Technologien zur ständigen Professionalisierung nötigen, sind die Risiken nicht leicht eingrenzbar. Nach den wiederholten Wirtschaftskrisen in den Nuller Jahren wuchs die Sorge von Unternehmern, vielen nicht beeinflussbaren Unwägbarkeiten mit keinem eigenen Plan B begegnen zu können. Bereits in der Gründungsphase sollte man sich daher den Umfang an individuellen und allgemeinen Risiken bewusst machen: Kunden- oder Lieferantenausfall, Konjunktur- und Wechselkursschwankungen, Zinseinbrüche oder Reputationsverlust, IT- und Compliance-Risiken. Persönliche Risiken wie Krankheit oder Berufsunfähigkeit lassen sich zwar versichern, jedoch nicht 100-prozentig ausgleichen.

Dennoch bleibt es für sehr Viele eines der lohnendsten Abenteuer dieser Zeit: Der Weg in die eigene Selbstständigkeit.

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